Perfektionismus vs. Realität: Wie mein YouTube-Kanal trotz (oder gerade wegen) meiner Hochsensibilität entstanden ist
Kennst du das? Du hast eine Idee. Eine richtig gute Idee. Eine Idee, die du
umsetzen möchtest – aber dann kommt Perfektionismus um die Ecke und flüstert dir ins Ohr: „Nicht so schnell! Erst müssen die Bedingungen perfekt sein.“
Tja, wenn ich darauf gehört hätte, gäbe es meinen YouTube-Kanal heute nicht. Denn als hochsensible Person bin ich nicht nur empfänglich für Geräusche, Stimmungen und Energien – nein, ich bin auch eine wahre Meisterin im Perfektionieren. Und das ist… anstrengend.
Aber fangen wir von vorne an.
Wie mein YouTube-Kanal trotz Perfektionismus das Licht der Welt erblickte
Vor einiger Zeit hatte ich eine Idee: Einen YouTube-Kanal für Hochsensible. Einen Ort, an dem es nicht nur um Hochsensibilität selbst geht, sondern auch darum, wie Bewegung, Entspannung, Ernährung und Kreativität helfen können, besser mit der Reizüberflutung klarzukommen. Klingt gut, oder?
Mein Perfektionismus fand das auch – allerdings unter einer Bedingung: Es musste perfekt sein. Perfekte Beleuchtung, makelloser Ton, Studio-Qualität, durchgestylte Outfits… und natürlich durfte ich mich unter keinen Umständen versprechen!
Spoiler: Das war unmöglich.
Und so passierte erst einmal – nichts. Denn mein innerer Kritiker war laut. „Das kannst du SO nicht machen! Du blamierst dich! Wer will sich denn ein Video anschauen, in dem deine Katze durchs Bild läuft?!“
Erst als ich erkannte, dass dieser Anspruch mich komplett blockierte, wurde mir klar: Genau das ist der Punkt. Hochsensible Menschen setzen sich oft unter immensen Druck, alles perfekt zu machen. Aber warum eigentlich?
Hochsensibilität & Perfektionismus – ein
Traumpaar?
Perfektionismus ist unter Hochsensiblen weit verbreitet. Aber warum ist das
so?
1️⃣ Feinfühligkeit für Details
Wir nehmen mehr wahr – Geräusche, Stimmungen, kleinste Fehler. Das bedeutet aber auch: Wir bemerken unsere eigenen „Fehler“ viel schneller und strenger als andere.
2️⃣ Der Wunsch nach Harmonie
Viele Hochsensible möchten niemanden enttäuschen oder unangenehm auffallen. Also wird alles doppelt und dreifach geprüft, bevor es rausgeht. (Kleiner Hinweis: Die meisten Leute bemerken die vermeintlichen Fehler gar nicht.)
3️⃣ Die Angst vor Kritik
Wer sensibel auf Reize reagiert, reagiert oft auch sensibler auf Kritik. Und was könnte Kritik auslösen? Richtig – wenn etwas nicht perfekt ist.
Das Ergebnis: Perfektionismus führt oft zu Anspannung, Selbstzweifeln und – im schlimmsten Fall – Stillstand. Genau das wollte ich nicht.
Mut, große Ziele und warum das größere Ziel immer gewinnt
Was hat mich letztendlich dazu gebracht, den YouTube-Kanal doch ins Leben zu rufen?
Ehrlich gesagt: Es war mein größeres Ziel.
Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich nicht einfach nur ein paar Videos drehen will. Ich will mein eigenes Business aufbauen. Ich will Menschen helfen, die sich genauso fühlen, wie ich mich früher gefühlt habe. Und ich will zeigen, dass Hochsensibilität nicht nur Herausforderungen, sondern auch unfassbar viele Stärken mit sich bringt.
Und als dieses Ziel immer klarer wurde, stellte ich mir eine einfache Frage:
➡️ Was ist das größere Risiko – ein unperfektes Video hochzuladen oder meine Vision nicht zu leben?
Die Antwort war eindeutig.
Also habe ich mir Mut gegönnt und einfach losgelegt. Habe meinen Perfektionismus auf die Rückbank gesetzt und ihn freundlich, aber bestimmt gebeten, mal kurz die Klappe zu halten.
Das Schöne daran?
Dieser Schritt war nicht nur für meinen YouTube-Kanal wichtig – er ist auf so viele Lebensbereiche übertragbar.
Denn ganz egal, ob du ein Buch schreiben, ein neues Hobby anfangen oder einen beruflichen Traum verwirklichen willst: Wenn dein Ziel groß genug ist, wird der Weg dorthin leichter.
Meine persönliche Rebellion gegen Perfektionismus (und die Katze macht mit)
Also habe ich beschlossen: Mein YouTube-Kanal wird genau so sein, wie ich bin. Nicht perfekt. Echt. Authentisch.
❌ Perfekte Studio-Beleuchtung? Fehlanzeige. Ich filme da, wo ich gerade bin.
❌ Makellose Tonqualität? Naja, der Wind macht manchmal mit, wenn ich draußen aufnehme.
❌ Ein durchgestyltes Set? Nope. Manchmal läuft die Katze durchs
Bild.
Und weißt du was? Es fühlt sich richtig und gut an!
Weil ich nicht mehr gegen mich selbst arbeite, sondern MIT meiner Hochsensibilität. Und weil ich damit vielleicht auch anderen zeige, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein.
Wie du mit deinem Perfektionismus entspannter umgehen kannst
Falls du dich in meinem Kampf mit der Perfektion wiedererkennst, hier ein paar
Gedanken für dich:
✔️ Gib dir die Erlaubnis, unperfekt zu sein. – Dein Wert hängt nicht davon ab, ob alles perfekt ist. Du darfst Fehler machen. (Ja, wirklich!)
✔️ Erkenne, dass „gut genug“ oft völlig ausreicht. – Wäre Perfektion der Maßstab, hätte ich nie ein Video hochgeladen. Und ehrlich? Das wäre schade gewesen.
✔️ Lerne, über dich selbst zu lachen. – Wenn deine Katze durchs Bild läuft oder du einen Satz zehnmal neu anfängst – na und? Willkommen im echten Leben!
✔️ Fang an, bevor du bereit bist. – Perfektionismus sagt dir, du bist nie bereit. Lass ihn reden und mach es trotzdem.
✔️ Finde dein großes Ziel. – Wenn dein Ziel klar genug ist, wird der Weg
dahin leichter. Egal ob YouTube, Selbstständigkeit oder ein anderer Traum – erinnere dich daran, warum du es tust.
Fazit: Perfekt unperfekt – und genau richtig so
Mein YouTube-Kanal ist nicht perfekt. Aber er existiert. Und das ist für mich ein riesiger Erfolg.
Wenn du also auch manchmal das Gefühl hast, dass dein Perfektionismus dich lähmt – probier doch mal aus, einfach zu starten. Mit allem, was du hast, so wie du bist. Vielleicht überrascht es dich, was dann passiert.
Und falls du Lust hast, gemeinsam mit mir Wege zu finden, entspannter mit Hochsensibilität umzugehen – schau doch mal auf meinem YouTube-Kanal @SandraAgel vorbei.
Keine Perfektion, aber dafür ganz viel echtes Leben.
Bis dahin: Sei gut zu dir. Und lass Perfektion mal Perfektion sein.
Wenn du mehr zu diesem Thema wissen willst oder Dir eine Beratung wünschst, schreibe mir eine Mail an: info@bewegungsintensiv.de
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen.
Genieße den Moment und pass gut auf dich auf,
Sandra
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